9 Tipps für das erfolgreiche Stillen

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Stillen ist eine wundervolle Sache für dich und dein Baby. Es ist so leicht und natürlich, du hast die Milch immer wohltemperiert dabei, und dennoch ist es oft doch gar nicht so intuitiv, besonders am Anfang oder beim ersten Kind nicht. Viele Mütter haben die Erfahrung machen müssen, dass das Stillen nicht immer so einfach ist und es durchaus zu Stillproblemen kommen kann, die dir und deinem Baby das Stillen erschweren oder verhindern können.Obwohl Babys mit einem natürlichen Saug- und Trinkreflex geboren werden, funktioniert das Stillen eben doch nicht immer unproblematisch. Es ist kein angeborener Instinkt oder Prozess, der einfach so reibungslos funktioniert. Es ist vielmehr tatsächlich ein Erfahrungs- und Lernprozess. Aber mit dem richtigen Wissen, viel Übung und Unterstützung sind deine Chancen auf eine erfolgreiche, erfüllende und harmonische Stillbeziehung groß.

Es ist unheimlich hilfreich zu wissen, was auf dich zukommt und wie du das Stillen für dich und dein Baby so angenehm wie möglich gestalten kannst. Stillen ist eine wundervolle Möglichkeit eine enge und tiefe Beziehung zu deinem Baby aufzubauen und nach der Geburt das Bonding zwischen euch zu verstärken. Es hat viele gesundheitliche Vorteile für euch beide und kann die Fütterungszeit viel leichter machen als das Füttern mit Fläschchen – und ist nebenbei auch noch günstiger. Sobald du die Grundlagen des Stillens drauf hast, kannst du dich entspannen und das Stillen deines Babys genießen.

In diesem Artikel möchte ich meine Erfahrung mit dir teilen. Ich habe selber drei Kinder voll gestillt, und dadurch vieles lernen und erfahren können. Im folgenden zeige ich ich dir 9 einfache Tipps, die mir selber sehr geholfen haben. Damit steht eurer glücklichen Stillbeziehung nichts mehr im Wege.

1. Stillpositionen – Mach es dir bequem

Gerade am Anfang ist es wichtig, dass du verschiedene Positionen ausprobiert, um herauszufinden, wie es für dich und dein Baby am bequemsten ist. Es kann sehr störend und hinderlich sein, den Milchfluss in Gang zu bekommen oder dein unruhiges Baby anzulegen, wenn du mit verspannten Nacken oder verkrampften Armen kaum noch sitzen kannst. Später, wenn du und dein Baby ein eingespieltes Team seid, dann wirst du an den unmöglichsten Orten und auch in ungemütlichen Positionen, z.b. im Auto oder in der Umkleidekabine im Kaufhaus problemlos stillen können.

Versuche daher zunächst herauszufinden, wie das Stillen für dich und dein Baby am angenehmsten ist. Stillen im Liegen kann wirklich sehr entspannend und erholsam sein, da du selber ein Nickerchen halten kannst, während du dein Baby stillst.

Gerade am Anfang ist es nicht ungewöhnlich, dass ihr beide beim Stillen einfach einschläft. Viele Mütter sind anfangs unsicher, ihr Baby nachts zu sich ins Bett zu holen und nachts im Liegen zu stillen. Wenn du dies tagsüber übst, wirst du sicherer und siehst, dass gar nichts passieren kann, so dass du nun auch nachts dein Baby zu dir ins Familienbett legen möchtest und so auch nachts ganz leicht nach Bedarf stillen kannst. Neben dem Stillen im Liegen ist auch Stillen im Sitzen, z.b. mit einem Stillkissen oder in einem Sessel sehr angenehm. Ein Stillkissen kann ich ich dir hierfür sehr empfehlen. In einem anderen Artikel über die verschiedenen Stillpositionen kannst du noch mehr zu diesem Thema lesen.

2. Wie du wunden Brustwarzen und Schmerzen vorbeugt – Dein Baby richtig beim Stillen anlegen

Am wichtigsten ist es, auf ein richtiges Anlegen zu achten. Dies ist gerade in den ersten Tagen und bei den ersten Stillversuchen sehr wichtig, denn wenn du erst einmal wunde Brustwarzen hast, ist jedes weitere Stillen erschwert. Daher ist Vorbeugung hier das A und O. Achte darauf, dass dein Baby nicht nur die Brustwarze ansaugt, sondern quasi den gesamten Warzenhof. Der Saugreflex und die Kiefer deines Babys sind sehr kräftig und es führt dadurch unweigerlich zu wunden Brustwarzen und zu Schmerzen beim Stillen, wenn es allein nur die Brustwarze ansaugt. Um Schmerzen zu vermeiden, soll dein Baby wirklich den Mund voll Brust haben.

3. Lege häufig an – Wie oft stillen?

Du solltest einfach ganz nach Bedarf stillen und häufig anlegen. Gerade in den Tagen nach der Geburt ist es ganz wichtig, dass du dein Baby häufig anlegst. So kannst du den Milcheinschuss fördern und so kommt überhaupt erst die ganze Milchproduktion in Gange und dein Baby kann das wertvolle und gesunde Kolostrum trinken. Außerdem beugst du durch häufiges Anlegen einem Milchstau vor. Dabei ist ein Auslaufen anfangs oft nicht zu vermeiden. Du kannst deswegen Stilleinlagen verwenden, am besten welche aus Baumwolle.

4. Keine Sorge – deine Milch reicht

Der Punkt des häufigen Anlegens ist noch für einen weiteren ganz wichtigen Aspekt zuständig: Vielleicht machst du dir Sorgen, ob du genug Milch hast und ob dein Baby satt wird. Vielleicht hast du auch von anderen Mamas gehört, die zufüttern mussten, weil sie angeblich nicht genug Muttermilch hatten und nicht satt wurden. Dies ist leider ein weit verbreitetes Missverständnis. Denn im Normalfall produziert jede Mama genug Muttermilch für Baby, das Geheimnis dahinter ist ganz simpel häufiges und regelmäßiges Anlegen.

5. Stillen und zufüttern – Bitte füttere nicht zu

Die Nachfrage bestimmt das Angebot, sobald du anfängst zuzufüttern, braucht dein Baby deine Muttermilch nicht mehr dafür. Dies führt dazu, dass dein Körper allmählich immer weniger Milch produziert. Denn dann geht dein Körper davon aus, dass dein Baby weniger Nahrung benötigt, wenn du weniger häufig anlegst und dein Baby nur kleine Mengen trinkt. Dadurch entsteht ein regelrechter Kreislauf. Dein Baby wird nicht satt (weil es beispielsweise einen Wachstumsschub und dadurch größeren Hunger hat). Du denkst, du hast zu wenig Muttermilch für dein Kleines, weil es nicht satt wird. Also fütterst du zu. Dein Baby stillt seinen Hunger und Durst mit Flaschenmilch. Beim nächsten Mal trinkt es weniger an der Brust und der Abstand zum nächsten Stillen wird durch die Flaschenmahlzeit länger. Dein Körper merkt, aha, es wird weniger Milch benötigt, also produziert er tatsächlich nur weniger Milch nach. Beim nächsten Stillen wird dein Baby nun erst recht nicht mehr satt. Also fütterst du wieder zu. So geht es dann immer weiter, bis du irgendwann abstillen musst, da du nun tatsächlich keine Milch mehr hast. Im Grunde ist dies der Grund für den verbreiteten Irrglauben, eine Mutter hätte zu wenig Milch für ihr Baby und es würde nicht satt werden.
Dabei müsstet du genau das Gegenteil machen, wie ich im Folgenden Punkt zeigen möchte.

6. Hilfe mein Baby wird nicht satt! Cluster Feeding ist die Lösung

Ja, diese Phasen gibt es tatsächlich! Das hast du schon ganz richtig erkannt. Die Phasen, in denen dein Baby nicht satt wird und dadurch quengelig ist und weint. Und du unsicher bist und dich fragst, ob deine Muttermilch ausreicht oder ob du nicht doch füttern solltest. Erschwerend kann es sein, wenn die sogenannten lieb gemeinten Ratschläge der Omas oder Bekannten, ebenfalls dazu drängen. Dabei sind diese Phasen ganz natürlich und tauchen in regelmäßige Abständen auf: dein Baby hat ein Wachstumsschub und braucht nun einfach mehr Nahrung und Nährstoffe für seine geistige, körperliche und motorische Entwicklung.

Was kannst du nun tun?

Ganz einfach: Anlegen, Anlegen, Anlegen. Darin liegt das ganze Geheimnis. Lege dein Baby ganz häufig an,  und lass es ausgiebig trinken, selbst wenn die Brust schon längst leer ist. Erstens saugt dein Baby tatsächlich immer noch letzte Reste der dicken, satt machenden Hintermilch heraus und zweitens ist dies das wichtige Signal für deinen Körper: Hey, hier wird Nachschub gefordert! Produktion ankurbeln! Baby wird nicht satt! Und genau dies passiert dann auch. Dein Körper produziert mehr Milch, dein Baby wird wieder satt. Dies kann durchaus ein paar Tage, meist zwei bis drei Tage, dauern. Und du magst vielleicht verzweifeln und es ist auch wirklich anstrengend, während dieser Zeit im Grunde dauerzustillen. Aber es lohnt sich. Denn so produziert dein Körper genug Muttermilch und du kannst über viele Monate hinweg stillen ohne zufüttern zu müssen. Übrigens nennt sich dieses Dauerstillen Cluster Feeding. Wie du siehst, es ist genau der gegenteilige Kreislauf wie in Punkt 6. In den folgenden Punkten möchte ich dir ein paar Tipps geben, um solche Phasen durchzustehen.

7. Gönn dir Ruhe und ein Nickerchen

Ob während der Anfangszeit, während des normalen Stillens oder während Wachstumsschüben deines Babys (siehe Punkt 8): Versuche, die Stillmomente bewusst und achtsam zu erleben. Genieße diese Momente der Zweisamkeit, mache es dir gemütlich, lege dich mit deinem Baby zum Stillen hin und gönn dir ganz bewusst diese wertvollen Ruhemomente. Denn das Stillen ermöglicht dir genau solch erholsamen Pausen in einem anstrengenden Babyalltag. Während des Stillens wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, dieses Hormon macht unter anderem müde. Dies ist der Grund, weswegen du beim Stillen einfach einschlafen könntest. Und genau dies solltest du auch tun, ein Nickerchen halten. Du bekommst wahrscheinlich nachts durch die unterbrochenen Nächte weniger Schlaf als zuvor, daher sind diese Stillnickerchen die beste Gelegenheit, um Schlaf und Kraft zu tanken, um fit und gestärkt den Belastungen des Alltags auf dich nehmen zu können. Falls du noch weitere Kinder hast, die du betreust und die es dir nicht möglich machen, unbesorgt einzuschlafen, wird es natürlich schwieriger. Doch auch dies ist nicht unmöglich, Tipps dazu, wie du Ruhemomente mit mehr als einem Kind findest, wirst du in Kürze in einem weiteren Artikel dazu finden.

8. Ess und trink genug

Stillen macht durstig. Halte daher immer eine Wasserflasche bereit, um deinen Durst löschen zu können, ohne aufstehen zu müssen. Auch ist die Stillzeit noch die falsche Zeit für eine Diät, um deine Schwangerschaftspfunde loszuwerden. Gerade jetzt ist es wichtig, dass du dich gesund und ausgewogen ernährst. Vielleicht gehörst du ja zu den glücklichen Mamis, bei denen durch das Stillen die Pfunde nur so runterpurzeln. Und falls nicht, dann denk einfach dran, der Körper brauchte 40 Wochen für die Schwangerschaft, mindestens diese Zeit braucht er auch wieder, um in seine alte Form wieder zurückkommen zu können. Also mach dir keinen Stress und gönn deinem Körper genug (ausgewogene) Kost und reichlich Wasser während der Stillzeit.

9. Hol dir Unterstützung

Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig und beruhigend zu wissen, dass du nicht alleine bist. Auch bei Stillproblemen kann Hilfe von erfahrenen Personen sehr helfen. Du kannst deine Hebamme um Rat und Unterstützung fragen, vielleicht ist sie auch wirklich stillerfahren und kann dir kompetent zur Seite stehen. Jedoch sind normale Hebammen nicht automatisch ausgebildete Stillberaterinnen und nicht alle Tipps sind aktuell oder hilfreich. Vielleicht magst du zusätzlich eine Stillgruppe aufsuchen, wo du dich mit anderen stillenden Müttern austauschen kannst. Meist sind die Leiterinnen dieser Gruppen ausgebildete Stillberaterinnen. Daneben gibt es noch die LaLecheLiga. Hier kannst du unter anderem genau solche Stillgruppen in deiner Nähe finden, aber auch kompetente Hilfe und eine Stillberatung von Stillberaterinnen. Besonders bei auftretenden Problemen kannst du dich dorthin wenden, so dass du deine Probleme nicht alleine lösen und durchstehen musst.

Neben solchen Stilberatungen oder Gruppen kann auch dein Partner, falls du nicht alleinerziehend bist, sehr hilfreich sein. Er kann sich zum Beispiel um ältere Geschwisterkinder kümmern, während du stillst oder dir etwas zum Trinken reichen. So kannst du ihn gut einbinden und er fühlt sich nicht ausgeschlossen.

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