Mein Kind will nicht schlafen! Was kann ich tun

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Stehst du vor einem dieser Probleme? Dein Kind will nicht schlafen. Es steht immer wieder auf. Dein (Klein)Kind will nicht alleine einschlafen. Oder überhaupt nicht schlafen. Das Schlimme an Schlafschwierigkeiten oder Einschlafschwierigkeiten der Kinder ist ja letztlich auch der eigene Schlafmangel, der immer größer wird, bis man das Gefühl hat, auf dem Zahnfleisch zu gehen und keine Kraft und Nerven mehr für die alltäglichen Herausforderungen mit dem Kind hat. Irgendwann geht einem der verzweifelte Gedanke durch den Kopf „Was kann ich denn tun, mein Kind schläft nicht ein“! Es gibt Abhilfe und Lösungen, die ich dir in diesem Artikel aufzeigen möchte.

Wir werden unter anderem auf folgende Fragen und Probleme eingehen:

Warum ist Schlaf so wichtig für Babys und für Kinder?

Wieviel Schlaf braucht ein Kind, der Schlafbedarf Kinder (mit Tabelle)

Wann schlafen Kinder durch?

Wie kann man einen Schlafprobleme beenden?

Hilfe! Mein Kind will nicht schlafen!

Babys, Kleinkinder und Teenager benötigen deutlich mehr Schlaf als Erwachsene, um ihre rasante geistige und körperliche Entwicklung zu unterstützen. Die meisten Eltern wissen, dass heranwachsende Kinder ausreichend und guten Schlaf brauchen, aber viele wissen nicht, wie groß der Schlafbedarf Kinder tatsächlich ist und was die Auswirkungen sein können, wenn sie nur 30 bis 60 Minuten Schlafzeit versäumen.

Warum ist es aber oftmals so schwierig zu erkennen, wann unsere Kinder nicht ausreichend schlafen? Dies liegt daran, dass schläfrige Kinder nicht dieselben Müdigkeitsanzeichen und Verhaltensweisen zeigen, wie wir Erwachsene es tun. Wir werden oft ganz langsam vor Müdigkeit, wollen uns gar nicht mehr wirklich bewegen oder reden – im Gegensatz dazu drehen müde Kinder meist voll auf. Tatsächlich kann Schläfrigkeit bei Kleinkindern und älteren Kindern den Eindruck von Symbolen einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erwecken. Kinder tun oft so, als ob sie nicht müde wären, kämpfen regelrecht gegen die Müdigkeit an und werden im Laufe des Abends überdreht. Und wenn man es dann tatsächlich schlafen legen möchte, endet dies oft in regelrechten Zu Bett Geh Dramen. All dies passiert einfach aus dem Grund, weil das Kind übermüdet ist.

Warum ist Schlaf so wichtig für Kinder?

Im Grunde wissen wir allen, dass ausreichend guter Schlaf wichtig für unsere Kinder und ihr Wohlergehen ist. Haben Kinder nicht genug geschlafen, sind sie quengelig, aufgedreht und jammern, bis uns die Köpfe qualmen. Konzentriertes Spielen – Fehlanzeige.

Doch was steckt genau dahinter und weshalb ist es so bedeutend, dass Babys und Kinder genug Schlaf bekommen und ihr Schlafbedürfnis gedeckt ist?

Schlafen lässt Kinder wachsen

Ungesbisrter Schlaf ist von wesentlicher Bedeutung für Gesundheit, Lernfähigkeit und Wachstum. Etwa 40% eines 24 Stunden Tages verbringen Kinder schlafend, zumindest sollten sie das. Dies ist auch gut so, denn im Tiefschlaf wird das Wachstumshormon gebildet, welches dafür verantwortlich ist, dass unser Kind und all seine Organe wachsen. Umgekehrt führt dauerhaft zu geringer Schlaf tatsächlich zu Wachstumsstörungen.

Die beiden Schlafzyklen, REM und Nicht-REM, spielen beide eine wichtige Rolle bei der Entwicklung. Während des Nicht-REM-Zyklus wird die Blutzufuhr zu den Muskeln erhöht, Energiespeicher werden wieder aufgefüllt, Gewebe wachsen und die Systeme repariert. Ihr Körper wechselt dann in den REM- oder Aktiv-Schlaf, in dem sie träumen.

Babys verbringen etwa 50% ihrer Zeit im Nicht-REM-Schlaf, da sie so schnell wachsen, aber dieses Stadium nimmt mit zunehmendem Alter des Babys ab.

Es stimmt daher tatsächlich – Kinder wachsen im Schlaf. Daher ist es wichtig, unseren Kindern zu gutem Schlaf zu verhelfen. Eben nicht nur, damit wir als Eltern auch Ruhe haben und abschalten können, sondern um unseren Kindern bestmögliches Gedeihen und Wachsen zu ermöglichen.

Schlafen stärkt das Immunsystem

In Zeiten von Stress oder Wachstum neigen wir dazu, mehr zu schlafen. Denn der Körper nutzt diese Zeit, um wieder zu regenerieren und fit zu werden. Unser Körper setzt Zytokine frei, die Infektionen während des Schlafes bekämpfen. Wenn wir keine Zeit für diese nächtliche Regeneration einplanen, sind wir anfälliger für Infekte. Wir kennen alle das Gefühl, einfach nur noch schlafen zu wollen, wenn wir krank sind. Dies ist genau der instinktive Schutzmechanismus des Körpers, damit er genug Schlaf für das Gesundwerden bekommt. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass man sprichwörtlich sagt, Schlaf sei die beste Medizin.

Daher ist es so wichtig, dass unsere Kinder ausreichend Schlaf und somit Zeit für die notwendigen Regeneration bekommen. Um erstens gar nicht krank zu werden. Und um wieder gesund zu werden, falls sie doch ein Infekt erwischt hat. Denn auch wenn unsere Kinder gesund sind, arbeiten die Abwehrkräfte des Immunsystems nonstop und sie benötigen die Zeit im Tiefschlaf für die Regeneration. Daher wird das Immunsystem schwächer, wenn es nicht genug Zeit zur Erholung hat.

Schlafen macht Kinder schlau

Während des Schlafes ordnet und katalogisiert das Gehirn die Informationen des Tages. Es verarbeitet nachts das, was es tagsüber gelernt hat. Während des Tiefschlafes werden die kognitiven Lerninhalte, wie z.b. Vokabeln, verarbeitet, während des Leichtschlafes hingegen Bewegungsabläufe, wie z.b. Radfahren.

Eine Studie der Universität Tübingen bei 8- bis 11-Jährigen konnte deutlich zeigen, dass Schlaf besonders wichtig für den Lernerfolg ist, da im Schlaf das Gehirn tagsüber Gelerntes verarbeitet. Die Forscher fanden heraus, dass der Schlaf Gelerntes verfestigt, sondern auch zukünftiges Lernen erleichtert. Denn das Wissen wird so eingeordnet, dass es auch auf neu erworbene Kenntnisse übertragbar ist. Laut dieser Studie übertreffen bei diesem „Transfer“ Kinder aufgrund ihrer längeren Tiefschlafphasen dabei sogar Erwachsene.  (1)

„Schlaf verfestigt nicht nur Gelerntes, sondern erleichtert auch zukünftiges Lernen, da das Wissen so eingeordnet wird, dass es auch auf neu erworbene Kenntnisse übertragbar ist“, erläutert Prof. Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). (2)

Die beste Schlafenszeit für Kinder

Die beste Schlafenszeit für Kinder hängt natürlich vom jeweiligen Tagesablauf der Familie ab und ist abhängig davon, wann der tag beginnt und das Kind aufwachen muss. Die folgende Schlaftabelle kann helfen, die beste Schlafenszeit für dein Kind abhängig vom Alter zu bestimmen.

Wieviel Schlaf braucht ein Kind Tabelle

Jedes Kind ist ein eigenes Wesen und hat nicht nur einen individuellen Charakter, sondern auch ist auch biochemisch einzigartig mit eigenem, persönlichen Schlafmuster. Dennoch gibt es Richtwerte für die Schlafenszeit,  die die “idealen” Schlaf- und Weckzeiten eines Kindes aufzeigen. Dies soll allerdings keinesfalls bedeuten, dass dein Kind genau nach diesem Schema schlafen soll und du sollst dich nicht ärgern oder verunsichern lassen, falls dein Kind mehr oder weniger schläft. Dies sind nur Anhaltspunkte.

AlterEmpfohlenAngemessenNicht empfohlen
Neugeborene
0-3 Monate
14 bis 17 Stunden11 bis 13 Stunden
18 bis 19 Stunden
Weniger als 11 Stunden
Mehr als 19 Stunden
Baby
4-11 Monate
12 bis 15 Stunden10 bis 11 Stunden
16 bis 18 Stunden
Weniger als 10 Stunden
Mehr als 18 Stunden
Kleinkind
1-2 Jahre
11 bis 14 Stunden9 bis 10 Stunden
15 bis 16 Stunden
Weniger als 9 Stunden
Mehr als 16 Stunden
Kindergartenkind
3-5 Jahre
10 bis 13 Stunden8 bis 9 Stunden.
14 Stunden
Weniger als 8 Stunden
Mehr als 14 Stunden
Schulkind
6-13 Jahre
9 bis 11 Stunden7 bis 8 Stunden
12 Stunden
Weniger als 7 Stunden
Mehr als 12 Stunden
Jugendliche
14-17 Jahre
8 bis 10 Stunden7 Stunden
11 Stunden
Weniger als 7 Stunden
Mehr als 11 Stunden
Junge Erwachsene
18-25 Jahre
7 bis 9 Stunden6 Stunden
10 bis 11 Stunden
Weniger als 6 Stunden
Mehr als 11 Stunden

Wieviel Schlaf braucht ein Neugeborenes und ein Baby?

Hier möchte ich noch eine weitere Tabelle aufzeigen, in der speziell auf das Schlafbedürfnis von Neugeborenen und Babys aufgezeigt wird. Auch hier sei wieder gesagt, dies sind nur Richtwerte und keine Musswerte, an denen du dich orientieren kannst.

AlterTagschlafNachtschlafGesamtschlaf
Neugeborenes8 Stunden (3 Schläfchen)8 Stunden 30 min16 Stunden 30 min
Ein Monat6 Stunden bis 7 Stunden (3 Schläfchen)8 Stunden bis 9  Stunden14 Stunden bis 16  Stunden
Drei Monate4  Stunden bis 5 Stunden (3 Schläfchen)10 Stunden bis 11  Stunden14 Stunden bis 16 Stunden
Sechs Monate3  Stunden (3 Schläfchen)11 Stunden14 Stunden
Neun Monate2 Stunden 30 min (2 Schläfchen)11 Stunden13 Stunden 30 min
12 Monate2 Stunden 30 min (2 Schläfchen)11 Stunden13 Stunden 30 min

Dabei ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Baby in den ersten Lebensmonaten nicht mehr als ein bis drei Stunden am Stück schlafen wird. Dies ist auch notwendig, da es neben dem Schlaf regelmäßig Nahrung benötigt. Sein Magen ist noch klein und kann gar nicht auf einmal so viel aufnehmen, daher ist es nur natürlich und gesund, wenn es gefühlt stündlich gestillt werden möchte. daher sind unterbrochene Nächte anfangs absolut normal.

Möchtest du noch mehr zum Schlafverhalten und Schlafproblemen von Neugeborenen und Baby wissen, dann kannst du dich in meinen Newsletter eintragen und du wirst über neue Artikel benachrichtigt. Denn einer meiner nächsten Artikel wird ganz speziell das Thema “Wieviel Schlaf benötigt mein Baby und wie gehe ich mit Schlafproblemen um” behandeln. Dort gehe ich auch auf Themen wie die optimale Schlafumgebung, Beistellbettchen und das für und wieder des Familienbetts ein. Und natürlich behandele ich dort auch die entscheidende Frage, wie du als Mutter genug Schlaf bekommst, um fit für den Alltag mit Baby, Kind und Haushalt zu sein.

Wie viel Schlaf brauchen Jugendliche?

Wie die Tabelle zeigt, benötigen Jugendliche etwa 9 Stunden Schlaf pro Nacht, aber zwischen Schule, Sport und anderen Aktivitäten erhalten sie normalerweise nur 6 bis 7 Stunden Schlaf.

Stellt sich nur die Frage, wieviel Schlaf sie durch die ständige Ablenkung und Beschäftigung mit Smartphone, Tablet und Konsolen tatsächlich bekommen. Da stellt sich die Frage, ob die Schulmüdigkeit, Lernfrust, schlechte Noten, Stimmungsschwankungen und allgemein schlechte, mürrische Stimmung während der Pubertät wie bislang üblich nur auf die Pubertät zu schieben ist oder ob es nicht schlicht und einfach (auch) Schlafmangel ist?

Forscher der Flinders Universität, Australien fanden in einer Studie Erschreckendes heraus. Jugendliche, die später als Mitternacht ins Bett gingen, waren zu 24% gefährdeter, an Depressionen zu leiden und hatten erschreckenderweise zu 20% häufiger, Selbstmordgedanken als Jugendliche, die bis 22 Uhr im Bett waren. Weiterhin zeigt die Studie deutlich, dass schon kleine Änderungen große Auswirkungen haben können : Nur 19 Minuten zusätzlichen Schlaf zeigten eine deutliche Verbesserung ihrer Verfassung und Fähigkeiten im Laufe des Tages. (3)

Daher ist es sogar bei Jugendlichen noch wichtig, dass die Eltern auf ausreichenden Schlaf achten und notfalls Zu Bett Geh Zeiten oder Medienzeiten mit ihren jugendlichen Kindern aushandeln. Praktisch kann dies auch einfach durch eine Internetsperre am Router geschehen, die den Internetzugang z.b. ab 22 Uhr sperrt.

Wie viele Stunden Schlaf brauchst du?

Am Ende stellt sich dann aber auch die Frage, was ist mit mir als Mutter? Oder Vater? Bekomme ich denn überhaupt genug Schlaf?

Wir alle wissen, dass Schlafentzug nicht gut ist. Schlafentzug betrifft uns auf vielfältige Weise. Stimmung. Immunität. Energie. Geduld. Koordination. Gehirnfunktion. Die Liste geht weiter und weiter. Meist leiden Eltern tatsächlich unter einen erheblichen Schlafmangel. Gerade auch Mütter in den ersten Lebensmonaten und sogar -jahren. Und das, obwohl Kinder einen tagsüber nahezu hundert Prozent fordern und volle Aufmerksamkeit und Wachsamkeit benötigen. Doch wie kannst du deinen Schlafmangel ausgleichen und wie kommst du zukünftig zu genug hochwertigem Schlaf? Darauf werde ich im Laufe des Artikels noch eingehen.

Anzeichen dafür, dass Kinder nicht genug Schlaf bekommen.

Aber zurück zu den Kindern. Woher weiß man, ob sie nicht genug Schlaf bekommen? Hier sind einige Hinweise.

  • schnell wütend
  • Launigkeit
  • Ungeschicklichkeit
  • Vergesslichkeit
  • weinerlich
  • Wutausbrüche
  • mangelnde Begeisterung
  • Unfälle, Hinfallen

Wie kann ich meinem Kind helfen, ausreichend Schlaf zu bekommen?

Es ist schön zu sehen, wie viel Schlaf ein Kind idealerweise bekommen sollte, aber weniger schön und oft richtig nervenzehrend, wenn das Kind einfach nicht schlafen will. Es gibt zwei komplett konträre Möglichkeiten, um mit dem Thema Schlaf der Kinder umzugehen.

Einerseits kann versucht werden, die Kinder an einen selbstbestimmten Umgang mit ihrem eigenen Schlaf heranzuführen. Dies bedeutet in letzter Konsequenz allerdings auch, dass das Kind tatsächlich alleine entscheiden darf, wann es sich müde fühlt und schlafen gehen möchte. Richtige, von Eltern vorgesetzte Schlafenszeiten gibt es hier nicht.

Im Gegensatz dazu werden den Kindern klare Regeln und Zu Bett Geh Zeiten vorgesetzt. Die Eltern geben hier vor, wann Schicht im Schacht ist und wann das Kind schlafen gehen soll.

Beide Wege funktionieren über Gewohnheiten. Und beides benötigt eine gesunde Struktur und Tagesroutine. Selbstbestimmt wird kaum ein Kind schlafen gehen können oder wollen, wenn es bis in den späten Abend mit Süßkram und Cola vor seiner Konsole oder seinem Smartphone sitzt. Studien haben gezeigt, dass das mediale Blaulicht von z.b. Smartphones das Einschlafen und einen guten Schlaf enorm stört. Selbes gilt natürlich für die Ernährung. Gibst du deinem Kind am frühen Abend aufputschende Lebensmittel, z.b. zuckerhaltige Sachen, brauchst du dich nicht wundern, wenn es nicht runterkommen kann und nicht müde wird.

Daher, welchen Weg du als Mutter auch gehen willst, es gilt: Je früher du deinem Kind hilfst, gute, schlaffördernde Gewohnheiten zu entwickeln, desto besser. Welche Gewohnheiten förderlich und welche hinderlich sind, wirst du gleich lesen können.

Wie man gesunde Schlafzeiten festlegt

Eine gute Nacht beginnt mit einem guten Morgen. Lege regelmäßige morgendliche Aufwachzeiten fest. Meist ergeben sich diese ab dem Kindergartenstart ganz automatisch durch den Kindergarten- und den Schulbeginn. Versuche auch den Rest des Tages zu strukturieren und eine Routine einzuführen,  Hausaufgabenzeiten, Essenszeiten, Spielzeiten. Kinder leben von Routine, und vorhersehbare Rituale während des Tages helfen ihnen, sich auf eine nächtliche Routine vorzubereiten.

Wenn es dann um das nächtliches Ritual geht, beginne am besten bis zu 1 Stunde vor dem Schlafengehen. So gibst du deinem Kind ausreichend Zeit und hilft ihm, sich zu entspannen und zu erholen. Wenn die ganze Schlafroutine und das Einschlafen besser klappt, kannst du gegebenenfalls die Abendroutine auf 30 Minuten reduzieren.

Eine nächtliche Routine kann Folgendes beinhalten:

Ein gemeinsames Abendessen

Vorlesen

Ein Hörbuch (gemeinsam) anhören

Baden

Familien-gebetszeit

Reflexion des Tages durch Gespräche

Leichte Übungen/Stretching

Eine kleine Tasse Kamillentee oder warme Milch mit Honig

Leise, entspannende Hintergrundmusik spielen

Gemeinsam etwas entspanntes Singen

Eine kleine Massage, z.b. der Füße mit ätherischen Ölen

Kindersichere, entspannende ätherische Öle im Kinderzimmer (je nach Alter).

Nächtliche Routine bei älteren Kindern und Jugendlichen:

Ältere Kinder und Jugendliche können der gleichen Grundroutine folgen, jedoch möchten sie wahrscheinlich abends auch einfach Zeit für sich allein. Ansonsten bietet sich an:

  • Gemeinsam Abendessen
  • Entspannte Gespräche, keine Konfliktthemen
  • Aktives Zuhören!

Es kann sehr helfen, wenn du als Elternteil schon früh damit beginnst, deinem Kind zu zeigen, dass es abends mit dir seinen Tag, seine Erlebnisse und seine Gefühle reflektieren kann. Dass du ihm zuhörst. Dass du ihm keine Vorwürfe machst wegen irgendwelcher Sachen, die es dir erzählt. Dass es sich gut anfühlt, wenn man seine Erlebnisse und auch Sorgen jemanden mitteilen konnte und so viel angenehmer schlafen kann. Wenn du dies früh eingeführt hast, behalten die Kinder dies noch gerne bei, auch wenn sie zu Jugendlichen heranwachsen.

Das Wichtigste ist dabei wirklich, früh genug mit der abendlichen Routine zu beginnen, so dass dein Kind rechtzeitig ins Bett kommt und eben nicht, wenn es schon übermüdet und aufgedreht ist. Dein Kind sollte gerade müde, aber noch nicht übermüdet sein.

Mein Kind will nicht schlafen, was tue ich nun?

Hoffentlich helfen dir schon die genannten Tipps zu einer ruhigeren Abendroutine. Das wäre natürlich super. Und du immer noch vor diesen Problemen stehst: Mein Kleinkind schläft nicht durch. Mein Kind will nicht alleine schlafen. Mein Kleinkind will nicht schlafen. Denn es gibt Phasen, in denen sich unsere Kinder doch dem Schlafengehen entziehen oder das Einschlafen verzögern wollen. Da kommen viele Ausreden auf….

  • die Frage nach einem (oder noch einem) Glas Wasser,
  • Hunger kommt auf,
  • noch eine Geschichte,
  • noch ein Lied,
  • die Mama soll das Zimmer nicht verlassen
  • oder sich dazu legen und darf nicht aufstehen

Die besten Tipps, damit dein Kind im Bett bleibt und (ein)schläft

  • wenn dein Kind noch jünger ist, und ihr eventuell sowieso ein Familienbett habt, dann könntest du deinen Abend so gestalten, dass du tatsächlich mit deinem Kind zusammen zu Bett gehst und einfach liegen bleibst und selber einschläfst
  • vielleicht willst du dabei noch nicht schlafen, aber noch lesen? Dann könntest du ein Kindle Paperwhite nutzen, es hat integriertes Licht, aber nicht das schädliche Blaulicht des Smartphones. Du könntest mit deinem Kind ausmachen, dass du bei ihm bleibst, aber eben liest.

Falls du aber aufstehen möchtest:

  • Kuscheltiere oder Kuschelkissen und allgemein ein gemütliches Bett hilft sehr dabei, dass dein Kind keine oder weniger Angst hat, wenn du aus dem Zimmer gehst.
  • Ein kleines Nachtlicht kann helfen, damit es im Zimmer nicht so dunkel ist.
  • Die Zimmertüre offen und das Flurlicht brennen lassen, so dass dein Kind noch Licht und eure Familiengeräusche wahrnimmt. So fühlt es sich nicht so alleine.
  • Versprühe ein “Anti-Monster-Spray”, bestehend aus kindergeeigneten ätherischen Ölen, wie Bergamotte, Lavendel, Vetiver und Ylang Ylang.
  • Leichtes Rückenkraulen ist sehr angenehm und macht schläfrig. Du kannst dazu einen (tickenden) Timer nutzen und solange kraulen, solange der Timer tickt.
  • Immer wieder liebevoll zurück in Bett bringen, wenn dein Kind aus dem Bett kommt, aber alle Bedürfnisse tatsächlich erfüllt sind.
  • Die Vorfreude auf den nächsten Morgen kann beim Einschlafen helfen. Erzähle deinem Kind, was es erwartet und was ihr Schönes vorhabt, sobald es geschlafen hat und am nächsten Morgen aufwacht.
  • Erzähle deinem Kind, wie es in der Nacht beim Schlafen groß und stark wird, dies hilft vor allem bei Jungs.
  • Gruppenzwang kann manchmal sehr hilfreich sein! Geh all die Freunde deines Kindes durch und sag, dass sie auch alle schlafen.

Was du NICHT tun solltest:

  • Verspreche deinem Kind keine Belohnungen dafür, dass es ihm Bett bleibt und schläft und belohne es auch nicht dafür.
  • Bestrafe dein Kind natürlich auch auf keinen Fall dafür, wenn es immer wieder aufsteht oder nicht schlafen möchte.
  • Verschließe nicht die Tür zum Zimmer, damit es nicht rauskommt. Dies verstärkt nur eventuell schon vorhandene Ängste.
  • Benutze das “Ins Bett gehen” oder auch allgemein das Kinderzimmer und das Bett nicht als Strafe. Dein Kind soll sich auf das Schlafengehen und auf sein Bett freuen und damit nicht ein “bestraft werden” verbinden.

Ein Geheimtipp? Selbstbestimmt schlafen gehen

Vielleicht scheitern all die Tipps oder vielleicht möchtest du auch ganz bewusst deinem Kind keine abendliche Bettroutine und Schlafenszeiten vorgeben. Dann kannst du auch den “unkonventionellen” Weg gehen und dein Kind selbstbestimmt entscheiden lassen, wann und wie es schlafen gehen möchte. Auch dies kann und sollte man als Mutter oder Vater begleiten. Damit ist keinesfalls gemeint, dass du dich nicht um dein Kind kümmerst oder es sich selbst überlässt. Selbstbestimmtes Schlafengehen kann jedenfalls ein wahres Wunder bei Einschlafproblemen sein und vielleicht erübrigt sich das Problem, dein Kind will nicht schlafen, wie von selbst. In Kürze werde ich dazu einen eigenen Artikel veröffentlichen. Wenn du informiert werden willst, wenn er erscheint, kannst du dich gerne in unseren Newsletter eintragen.

Was du für ein erfolgreiches Schlafengehen lassen solltest!

  • Eigentlich selbstverständlich, aber manchmal wird es übersehen oder nicht bemerkt: Vermeide Koffein! Ich gehe mal davon aus, dass du deinem Kind kein Kaffee zu trinken gibst. Aber Koffein ist auch in anderen Getränken und Lebensmitteln enthalten: In Cola, aber auch in Schokolade!
  • Kein Zucker vorm Schlafen gehen. Wie Koffein wirkt auch Zucker aufputschend und gibt deinem Kind einen neuen Energieschub. Vermeide daher abends, eventuell schon ab dem Nachmittag aller zuckerhaltigen Getränke und Lebensmittel. Verwende lieber beruhigende und müde machende Snacks, wie warme Milch, Joghurt oder Käse.
  • Vermeide Mediennutzung vorm Schlafengehen. Sowohl Fernsehgucken, als auch Nutzen von PC, Konsole oder Smartphone verhindert ein gesundes Müdewerden und Runterkommen des Körpers. Sowohl das Blaulicht als auch die “geistige” Beanspruchung wirkt stimulierend und führt dazu, dass dein Kind gar nicht zur Ruhe kommen kann. Lieber zusammen noch ein Buch lesen.
  • Vermeide helles Licht. Dies stört auch die benötigte Melaninproduktion, damit dein Kind müde wird.
  • Vermeide Konfliktgespräche oder aufwühlende Gesprächsthemen am Abend. Logischerweise führt dies dazu, das dein Kind viel zu aufgeregt oder auch ängstlich ist, als dass es schlafen könnte.
  • Vermeide Nachtlichter während des Schlafens. Beim Einschlafen ist dies absolut in Ordnung, aber sobald dein Kind schläft, solltest du eingeschaltete Lichter ausmachen, damit dein Kind wirklich einen erholsamen Nachtschlaf bekommen kann. Lichter verhindern dies, da sie den Körper irritieren.

Kinder und das Schlafengehen – unser Fazit

Du kannst dich bemühen, eine schöne Zubettgeh-Routine zu entwickeln. Tue dein Bestes, aber stresse dich nicht. Denk dran, das Leben ist nicht perfekt und nicht jeder Abend verläuft gleich. Lass dich von Rückschlägen nicht verunsichern. Nimm sie einfach hin, denn sie gehören dazu. Auch wenn du noch an dem Punkt stehst „Mein Kind will nicht schlafen, Hilfe was kann ich tun?“ Denke daran, ein Einführen einer neuen Routine nicht leicht und braucht Arbeit, Geduld, Zeit, Nerven und Kraft. Erwarte daher keine Wunder über Nacht. Veränderungen und neue Gewohnheiten brauchen seine Zeit.

Was ergeht es dir?

ich würde sehr gerne deine Erfahrungen hören, insbesondere

  • welche Zubettgeh-Routinen hast du und wie sieht euer Abend aus?
  • Welche Schwierigkeiten erlebst du abends?
  • Was sind deine ultimativen Tipps, die beim Einschlafen helfen?

Quellen

https://sleepfoundation.org/excessivesleepiness/content/how-much-sleep-do-babies-and-kids-need
https://www.researchgate.net/publication/51181167_Time_for_Bed_Parent-Set_Bedtimes_Associated_with_Improved_Sleep_and_Daytime_Functioning_in_Adolescents
https://www.familie.de/gesundheit/kinder-schlafen-542089.html
https://www.babycentre.co.uk/a7645/how-much-sleep-does-your-baby-need
https://www.webmd.com/parenting/guide/sleep-children#1
https://www.faminino.de/baby-schlaeft-nicht/

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